Gegenstück zu Grundlagen: Dort steht, was die Bausteine sind. Hier steht, warum sie in der Praxis brechen — je ein Konzept pro Seite, mit synthetischem Beispiel und einer Regel, die in ein Schnittstellenkonzept übernommen werden kann.
Seiten
- Die Trennzeichenhierarchie — fünf Ebenen, MSH als Sonderfall, Escaping
- MSH trägt die Identität —
MSH-9,MSH-10,MSH-11 - Wiederholung ≠ Komponente —
~vs.^, CX/XPN/XTN und ihre Qualifier - PV1 und die Fallidentität —
PV1-19vs.PID-18,PLals Hierarchie - Leer heißt nicht leeren — Update-Semantik, HL7 null value, Snapshot vs. Delta
- Der ACK-Vertrag —
MSH-15/MSH-16, Accept vs. Application,ERR - Framing — MLLP, Rahmenbytes, Steuerzeichen
- Storno ist kein Rollback —
A11/A12/A13/A38, wechselnde Zeitrichtung des Zustandsbilds - Der Merge paart —
A40,MRG-1gegenPID-3, Paarung je Identifier-Typ - A08 vs. A31 — Patienten- gegen Personenebene, die
PV1-Falle - Der deklarierte Zeichensatz —
MSH-18, Deklaration gegen tatsächliche Bytes - Das Z-Kürzel ist kein Namensraum — Z-Segment gegen zweckentfremdetes Feld, kollidierende Fassungen, die Ebene Bezugsdokument
- Der Namensraum im Wert — Präfixe in
CX.1, warum der Identifier-Wert opak ist und was stille Normalisierung anrichtet - Der Identifier ist ein Paar —
CX.4gegenCX.5,PID-3als Liste ohne Rangordnung, und warum ein Vertrag eine Aussage regeln, aber nicht erzeugen kann - Der Zeitstempel ist zwei Aussagen —
DTM-Genauigkeit, der Offset als Nullpunktangabe,MSH-7als Default-Vertrag, die vier Zeitachsen und warum Offsetfehler saisonal sind - Zeichenverlust ist nicht Mojibake — die zwei Schäden auf der Zeichensatzschicht, warum kein Ein-Byte-Zeichensatz genügt, und der Defekt, der zwischen zwei Nachrichten wohnt
Vertiefungen
Wo eine Konzeptseite den tragenden Gedanken hat und die vollständige Mechanik zum Nachschlagen fehlt, steht sie in den Grundlagen:
- ACK und NACK im Detail — Modusauswahl, beide Abläufe, MSA- und ERR-Felder, Retry-Semantik, Diagnose-Checkliste, Wiederholungsfragen
Der rote Faden
Die Seiten 1 bis 7 beschreiben dieselbe Sache auf sieben Schichten: wo eine Aussage verloren geht, ohne dass jemand einen Fehler bekommt.
- Framing (7) entscheidet, was überhaupt eine Nachricht ist.
- Trennzeichen (1) entscheiden, wo ein Wert anfängt und aufhört.
- Qualifier (3) entscheiden, was ein Wert bedeutet.
- Identität (2, 4) entscheidet, worauf er sich bezieht.
- Update-Semantik (5) entscheidet, was seine Abwesenheit bedeutet.
- Der ACK-Vertrag (6) entscheidet, ob über all das je gesprochen wird.
- Die Eventwahl (8, 9, 10) entscheidet, worüber überhaupt gesprochen wird — über welche Ebene, welchen Zeitpunkt, welche Identität.
- Die Deklaration (11) entscheidet, ob das Gesagte überhaupt so gelesen wird, wie es geschrieben wurde.
- Das Bezugsdokument (12) entscheidet, ob beide Seiten dieselbe Sprache meinen — und es ist die einzige dieser Schichten, die überhaupt nicht in der Nachricht steht.
- Der Wert selbst (13) ist die unterste Schicht: Sobald er über das Unterscheiden hinaus etwas erzählt, trägt er eine Aussage, für die es kein Feld und damit keine Prüfung gibt.
- Die Zeit (15) ist der Fall, in dem eine Aussage vollständig, wohlgeformt und trotzdem unwahr ist: Der Offset macht die Ziffern erst zu einem Augenblick, und ob er zutrifft, prüft keine Schicht — es gibt keine Liste, gegen die man ihn halten könnte.
- Die Bytes selbst (16) sind die Gegenrichtung zu 11: Dort wird eine vorhandene Bytefolge falsch gedeutet, hier verschwindet sie, bevor die Nachricht existiert. Der Defekt sitzt dann auf keiner Sprosse einer einzelnen Nachricht, sondern in der Differenz zweier Nachrichten — die Leiter verortet Aussagen, und was hier bricht, ist eine Handlung.
- Die fehlende Aussage (14) ist der Grenzfall aller vorigen: Manches, was ein Empfänger wissen muss, steht auf keiner dieser Schichten. Dann füllt er die Lücke selbst — und ein Vertrag, der das regelt, dokumentiert nur, wie geraten wird.
Ein Validator prüft, ob eine Aussage wohlgeformt ist — nie, ob sie wahr ist. Und ab Seite 12: nie, ob sie gegen dasselbe Dokument gemessen wird wie beim Absender. Seite 13 zieht die Konsequenz nach unten durch — auch ein einzelner Wert kann eine Behauptung enthalten, die niemand adressiert hat.
Querschnitt
Vorgehen bei einer konkreten Störung: Diagnoseleitfaden — fünf Schritte vom Symptom zum belegten Befund.
Alle Seiten ordnen ihre Befunde in dasselbe Raster ein: Die sechs Fehlerkategorien — von „der Empfänger bricht ab” bis „der Defekt liegt unterhalb jeder Semantik”.
Jede Seite schließt mit Fragen an die Kunden-IT (direkt im Kick-off oder Ticket verwendbar) und Lektüre & Belege. Die vollständige, geprüfte Quellensammlung steht in Quellen & Lektüre.